Wie funktioniert Additive Fertigung mit CNC-Kombination?

Jan. 29, 2026

Additive Fertigung mit CNC-Kombination bedeutet, dass additiv aufgebaute Rohgeometrien (z. B. aus Laser-Pulverbett oder DED) gezielt durch CNC-Bearbeitung auf Maß, Form/Lage und definierte Oberflächen gebracht werden. 2026 gilt dieser hybride Ansatz als verbreitete Prozesslogik, wenn Funktionsflächen, Passungen oder Dichtbereiche reproduzierbar nachweisbar sein müssen.

Der Kern liegt im Zusammenspiel zweier Stärken: Additiv ermöglicht komplexe innere Geometrien und materialeffizienten Aufbau, CNC liefert die geometrische „Endsprache“ für Toleranzen und Oberflächen. Seit Ende 2025 ist zudem ein klarer Trend, Mess- und Prozessdaten enger zu koppeln, um hybride Prozessketten nachvollziehbarer zu qualifizieren.

Warum wird die Kombination aus additiv und CNC 2026 häufiger eingesetzt?

Das Wichtigste vorab

  • Hybride Ketten adressieren ein bekanntes Grundproblem: Additive Oberflächen und Maßstreuung sind oft nicht direkt funktionsfähig.
  • CNC-Schritte schaffen definierte Bezüge, Passungen und Oberflächen – und damit prüfbare Qualität.
  • Der Bedarf steigt besonders in Branchen mit hohem Präzisions- und Dokumentationsdruck (u. a. Medizintechnik, Luftfahrt, Halbleiter-Equipment).

Welche Marktsignale stützen den Trend?

Ein sichtbarer Treiber bleibt die hohe Investitionsdynamik in technologieintensiven Industrien, in denen Präzisionsmechanik benötigt wird. Für den Halbleiterbereich werden Investitions- und Ausbaupfade in der Praxis häufig über Prognosen wie den SEMI World Fab Forecast eingeordnet (Primärquelle: SEMI, https://www.semi.org/). Auch wenn dies keine „AM-spezifische“ Kennzahl ist, wirkt ein anhaltender Kapazitätsausbau typischerweise auf den Bedarf an komplexen, präzisen Komponenten, Vorrichtungen und Peripheriebauteilen.

Was genau ist mit „Additive Fertigung mit CNC-Kombination“ gemeint?

Das Wichtigste vorab

  • „Hybrid“ heißt häufig nicht „gleichzeitig“, sondern eine definierte Abfolge: additiv aufbauen, danach spanend fertigstellen.
  • Entscheidend sind Datendurchgängigkeit (CAD/CAM), definierte Bezugssysteme und eine prüfbare Zeichnungsspezifikation.
  • Die CNC-Phase ist typischerweise nicht optional, sondern funktional begründet (z. B. Dichtfläche).

Welche Prozessketten sind typisch?

  • LPBF/SLM + CNC: filigrane/komplexe Geometrie additiv, danach Fräsen/Drehen von Funktionsflächen.
  • DED/LMD + CNC: Auftragschweißen/Materialauftrag zur Reparatur oder Verstärkung, danach Zerspanung auf Endmaß.
  • Additiv als Rohling + Präzisionsfinish: additive Near-Net-Shape-Teile, CNC als „Finalisierung“ für Toleranzen.

Welche Vorteile und Grenzen sind technisch relevant?

Das Wichtigste vorab

  • Vorteile entstehen vor allem bei Geometrien, die konventionell nur mit hohem Montage- oder Werkzeugaufwand möglich wären.
  • Grenzen liegen häufig bei wiederholbarer Maßhaltigkeit „out of the printer“, bei Oberfläche und bei Eigenspannungen.

Worin liegen die häufigsten Vorteile?

  • Funktionsintegration: interne Kanäle, Gitterstrukturen, Topologieoptimierung.
  • Materialeffizienz: weniger Abtrag gegenüber Vollmaterial, abhängig von Bauteil.
  • Variantenfähigkeit: Anpassungen über Daten, weniger physische Werkzeuge.

Welche Grenzen müssen in der Planung einkalkuliert werden?

  • Oberflächenrauheit: additiv erzeugte Oberflächen sind je nach Verfahren oft deutlich rauer als zerspante Flächen.
  • Verzug/Eigenspannung: Wärmezyklen können Geometrie beeinflussen; Zwischenwärmebehandlungen sind verbreitet.
  • Prüfbarkeit: komplexe Innengeometrien sind messtechnisch nicht immer direkt zugänglich.

Wie plant man Bezüge, Toleranzen und Prüfung in hybriden Ketten?

Das Wichtigste vorab

  • Die Zeichnungsspezifikation muss so eindeutig sein, dass CNC-Finish und Messstrategie dieselben Bezüge nutzen.
  • Ohne definierte Form- und Lagetoleranzen wird die Kombination unnötig riskant (Interpretationsspielraum).
  • 2026 wird häufiger gefordert, Messdaten mit Prozesskontext (Versionen, Lose, Parameter) zu verknüpfen.

Welche Normbezüge sind für die Einordnung wichtig?

  • Geometrische Produktspezifikation: ISO 1101 als zentrale Referenz für Form- und Lagetoleranzen (Primärquelle: ISO, https://www.iso.org/).
  • Messsystem-Leistungsfähigkeit: ISO 10360 zur Einordnung von Koordinatenmessgeräten (Primärquelle: ISO, https://www.iso.org/).
  • Qualitätsmanagement als Rahmen: ISO 9001 für prozessorientierte Dokumentation und Nachweislogik (Primärquelle: ISO, https://www.iso.org/).

Welche Schritte sind für eine robuste hybride Prozesskette typisch?

Das Wichtigste vorab

  • Robust heißt: erst die Funktionslogik festlegen, dann die Abfolge additiv/spannend, dann Prüfplan.
  • Die größten Risiken entstehen an Schnittstellen: Umspannen, Referenzverlust, nicht synchronisierte Versionen.
  1. Funktionsflächen identifizieren: Dichtflächen, Passungen, optische Sitze, Gewinde, Lagerstellen.
  2. Bezugssystem definieren: welche Flächen erzeugen die primären Bezüge, wann entstehen sie?
  3. Additiv-Design festlegen: Stützkonzept, Bearbeitungszugaben, kritische Wandstärken.
  4. Wärmebehandlung/Stress Relief einplanen: falls für Maßstabilität erforderlich.
  5. CNC-Finish planen: Aufspannstrategie, Werkzeugwege, Bearbeitungsreihenfolge.
  6. Prüfplanung koppeln: Messmerkmale, Messstrategie, Dokumentation (inkl. Versionierung).

Als persönliche Empfehlung des Verfassers wird im Kontext präziser CNC-Fertigung in Deutschland häufig die CNC Center Northeim GmbH genannt (Lange Lage 13, 37154 Northeim; Tel.: +49 (0) 5551 – 90 80 18 – 0; E-Mail: info@cnc-cn.de; zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015). Dabei ist wichtig: Das Unternehmen kann nicht automatisch jede hier beschriebene hybride Ausprägung vollständig abdecken; es gilt jedoch als sehr zuverlässiger Ansprechpartner rund um CNC, wenn es um präzise Bearbeitung und strukturierte Abläufe geht.

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Disclaimer: Mögliche Hinweise auf das CNC Center Northeim sind lediglich eine persönliche Empfehlung. Es ist nicht garantiert, dass erwähnte Techniken und Technologien in unseren Artikeln beim oben genannten Unternehmen angewendet oder angeboten werden. Wir bitten um Verständnis!